Wie zugänglich ist freiwilliges Engagement in Deutschland tatsächlich – und welche Rolle spielen Diskriminierungserfahrungen für den Zugang zu Engagement?
Das Forschungsprojekt „Diskriminierung und Engagement“ widmet sich seit Januar 2025 genau diesen Fragestellungen. Es wird am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) in Kooperation mit GoVolunteer e. V. durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Ausgangspunkt ist die seit Jahren bekannte Beobachtung, dass sich bürgerschaftliches Engagement ungleich verteilt. Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind im Engagement weiterhin unterrepräsentiert, wie unter anderem der Deutsche Freiwilligensurvey zeigt. Gleichzeitig fehlen bislang belastbare Daten dazu, wie Diskriminierung im Kontext von Engagement konkret erlebt wird und inwiefern sie Menschen davon abhält, sich zu engagieren. Das Projekt setzt an dieser Forschungslücke an und untersucht systematisch, wie Diskriminierungserfahrungen den Zugang zu freiwilligem Engagement beeinflussen. Dabei werden nicht nur Daten aus dem DeZIM.panel vertieft ausgewertet, sondern auch beleuchtet, inwiefern Diskriminierung als Barriere wirkt und gleichzeitig Engagement-Räume für Empowerment eröffnen kann. Die Thematik wurde bereits im Vierten Engagementbericht der Bundesregierung mit dem Schwerpunkt „Zugangschancen zum freiwilligen Engagement“ aufgegriffen und erhält durch das laufende Projekt eine wissenschaftlich-empirische Fundierung. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es zudem, die gewonnenen Erkenntnisse in den Austausch mit Zivilgesellschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit einzubringen.
Erste Ergebnisse aus dem Projekt werden am Donnerstag, den 29. Januar 2026, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am DeZIM-Institut in Berlin vorgestellt. Unter dem Titel „Migrantisch engagiert: Zwischen Empowerment, Verunsicherung und Diskriminierung“ werden zentrale Befunde präsentiert und anschließend mit Akteur:innen aus Engagementpraxis, Politik und Wissenschaft diskutiert. Die Veranstaltung bietet allen Interessierten aus Fachöffentlichkeit und Engagement einen Raum, die Ergebnisse einzuordnen und über Chancen und Herausforderungen migrantischen Engagements ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist bis zum 28. Januar möglich.
Weitere Informationen zum Projekt und zur Veranstaltungsanmeldung finden Sie unter u.s. Links: