Stärker im Miteinander: Sozialstaat gegen Einsamkeit

Einsamkeit kann Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen betreffen und stellt zugleich ein relevantes Gesundheitsrisiko dar (Bücker 2022: 8ff). Das Projekt „Stärker im Miteinander – Sozialstaat gegen Einsamkeit“ (SiM) der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG) setzt deshalb an den unterschiedlichen Kontaktpunkten des Sozialstaats an. Ziel ist es, Mitarbeitende unter anderem im Gesundheitswesen, im Bereich Arbeit und Soziales sowie in Betrieben dafür zu sensibilisieren, Einsamkeit frühzeitig zu erkennen, betroffene Menschen niedrigschwellig anzusprechen und auf bestehende Unterstützungsangebote hinzuweisen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung, Frauen, Senioren Familie und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung praxistauglicher und multimedialer Materialien für Fachkräfte und Betroffene. Vorgesehen sind unter anderem Leitfäden, Checklisten und Flyer in digitaler und gedruckter Form. Sie sollen Fachkräfte dabei unterstützen, mit Menschen über Einsamkeit ins Gespräch zu kommen und passende Hilfsangebote zu vermitteln. Gleichzeitig soll die sektorübergreifende Vernetzung zwischen den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Soziales gestärkt werden.

Für die Entwicklung der Materialien arbeitet die GVG mit zahlreichen Partnerorganisationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, darunter die Bundesärztekammer, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundespsychotherapeutenkammer, die Deutsche Rentenversicherung, die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen, das Kuratorium Deutsche Altershilfe und die Techniker Krankenkasse. Auch das Kompetenznetz Einsamkeit unterstützt das Projekt.

Erste Zwischenergebnisse wurden im Juni 2026 im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ vorgestellt. Die bisher entwickelten Materialien wurden dabei mit einer Fachöffentlichkeit diskutiert und Rückmeldungen aus der Praxis für die weitere Bearbeitung gesammelt. Die GVG beteiligte sich zudem als Erstunterzeichnerin an der „Allianz gegen Einsamkeit“.

Das Projekt greift damit einen Ansatz auf, der auch für Akteur:innen in der Senior:innenarbeit interessant sein kann: Haupt- und Ehrenamtliche, die mit älteren Menschen in unterschiedlichen Zusammenhängen in Kontakt stehen, können eine wichtige Rolle dabei spielen, Hinweise auf Einsamkeit wahrzunehmen und Betroffene auf bestehende Angebote aufmerksam zu machen. Die entwickelten Materialien sollen hierfür praktische Unterstützung bieten.

Zum Abschluss des Projekts ist eine große Fachveranstaltung für den 16. Dezember 2026 mit Beteiligung von Projektpartner:innen, Politik, Praxis und Wissenschaft angekündigt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter u.s. Links:

Literaturhinweis:

Bücker, S. (2021): Die gesundheitlichen, psychologischen und gesellschaftlichen Folgen von Einsamkeit. KNE Expertise 10/2022. URL [https://kompetenznetz-einsamkeit.de/publikationen/kne-expertisen/kne-expertise-10]. Zuletzt aufgerufen am 10.09.2026.

Quelle Beitragsbild: © peopleimages.com-yuriarcurs.

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