Silbernetz erreicht die Zielgruppe – was folgt daraus für die Senior:innenarbeit?

Mit der Abschlussveranstaltung des Evaluationsprojekts „Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline“ (ReWiSil) wurden zentrale Erkenntnisse zur Bedeutung niedrigschwelliger Unterstützungsangebote gegen Einsamkeit im Alter vorgestellt. Im Mittelpunkt der Untersuchung des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) stand die Frage, ob die Silbernetz-Hotline ältere Menschen mit Einsamkeitserfahrungen tatsächlich erreicht und welche Wirkungen die Gespräche entfalten.

Ein zentrales Ergebnis ist von hoher Relevanz für die Praxis: Silbernetz erreicht die Zielgruppe, für die das Angebot entwickelt wurde. Damit bestätigt die Evaluation die Bedeutung niedrigschwelliger, anonymer und jederzeit zugänglicher Kontaktangebote für ältere Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind oder sich sozial isoliert fühlen.

Für die Zukunft stellt sich jedoch weniger die Frage, ob solche Angebote gebraucht werden, sondern vielmehr, wie sie nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden können. Einsamkeit ist kein einheitliches Phänomen. Unterschiedliche Lebenslagen, biografische Brüche, gesundheitliche Einschränkungen oder fehlende soziale Netzwerke führen zu unterschiedlichen Formen und Ursachen von Einsamkeit. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Unterstützungsangebote stärker auszudifferenzieren und passgenau auf verschiedene Bedarfe auszurichten. Niedrigschwellige Telefonangebote können dabei ein wichtiger erster Zugang sein, ersetzen jedoch nicht die Vielfalt weiterer sozialer und gemeinschaftlicher Unterstützungsstrukturen.

Hier ergeben sich Anknüpfungspunkte für die Seniorenarbeit. Als wichtige Multiplikatorin vor Ort kann sie Menschen auf bestehende Angebote aufmerksam machen, Übergänge in weiterführende Unterstützungs- und Beteiligungsformen schaffen und lokale Netzwerke stärken. Die Ergebnisse von ReWiSil unterstreichen damit, dass die Verstetigung und Vernetzung solcher Angebote eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre sein wird.

Weitere Informationen und die Broschüre zum Projekt finden Sie unter u.s. Links:

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