Wie kann freiwilliges Engagement älterer Menschen so gefördert werden, dass möglichst viele Menschen daran teilhaben können? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Veranstaltung der AG Engagement im Kreis Recklinghausen, an der Fachkräfte aus den Handlungsfeldern Alter(n) und Engagement teilnahmen. Aus der Perspektive des Projekts Daseinsvorsorge vor Ort stärken stellte Dr. Katrin Alert in ihrem Impulsvortrag das Thema „Engagement und Alter(n): Perspektiven der Gestaltung“ in den Mittelpunkt. Dabei wurden aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis sowie die Frage, welche Rolle Kommunen bei der Gestaltung guter Rahmenbedingungen für Engagement spielen, vorgestellt und diskutiert.
Deutlich wurde: Engagement älterer Menschen ist weit mehr als freiwillige Hilfe. Es eröffnet Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe, stärkt Selbstwirksamkeit und fördert den sozialen Zusammenhalt vor Ort. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Befunde, dass die Chancen auf Engagement ungleich verteilt sind. Bildung, Gesundheit, Einkommen sowie vorhandene Gelegenheitsstrukturen beeinflussen maßgeblich, wer sich engagieren kann. Eine zukunftsfähige Engagementförderung muss daher die Vielfalt älterer Menschen berücksichtigen und bestehende Zugangsbarrieren abbauen.
Kommunen nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Engagement entstehen und sich entfalten kann – beispielsweise durch niedrigschwellige Angebote, verlässliche Ansprechstellen, geeignete Räume, die Vernetzung lokaler Akteur:innen sowie eine gelebte Anerkennungskultur. Praxisansätze wie Quartiersarbeit, Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser oder Beteiligungsformate bieten hierfür wichtige Anknüpfungspunkte.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Entwicklung kommunaler Engagementstrategien. Langfristige kommunale Engagementstrategien können dazu beitragen, bestehende Angebote besser zu vernetzen, Teilhabechancen für bislang wenig erreichte Gruppen zu verbessern und Engagement als festen Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge zu verankern. Dabei kommt der Beteiligung älterer Menschen als Expert:innen in eigener Sache eine zentrale Bedeutung zu.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Engagementförderung ein wichtiger Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge ist. Sie trägt dazu bei, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, lokale Netzwerke zu stärken und das Zusammenleben in den Kommunen aktiv zu gestalten. Gleichzeitig bleibt die Frage bestehen, wie Engagement künftig so ausgestaltet werden kann, dass Menschen mit unterschiedlichen Lebenslagen gleichermaßen erreicht und beteiligt werden. Die angeregte Diskussion mit den Teilnehmenden zeigte, dass der Kreis Recklinghausen bereits auf einem guten Weg ist – zugleich besteht weiterhin Bedarf, Barrieren abzubauen und neue Zugänge zum Engagement zu schaffen.