Der demografische Wandel verändert die Gesellschaft nachhaltig. Mit der aktuellen Stellungnahme zum 9. Altersbericht der Bundesregierung macht das Forum katholischer Männer (FkM) darauf aufmerksam, dass ältere Männer in der Senior:innenarbeit und in der Sozialpolitik stärker in den Blick genommen werden sollten. Das Forum betont, dass die Lebensphase Alter heute vielfältiger denn je ist und differenzierte Angebote erfordert, die den unterschiedlichen Lebenslagen älterer Menschen gerecht werden.
Die Stellungnahme hebt hervor, dass viele Männer nach dem Ende des Erwerbslebens vor tiefgreifenden Veränderungen stehen. Mit dem Ruhestand fällt für viele ein wesentlicher Teil ihrer sozialen Identität weg. Die Folge können Einsamkeit, soziale Isolation und eine geringere gesellschaftliche Teilhabe sein.
Die Stellungnahme greift daher u.a. einen Gedanken auf, der in der Geschlechterforschung zunehmend an Bedeutung gewinnt: Caring Masculinities. Dahinter steht ein Verständnis von Männlichkeit, das Fürsorge, Verantwortung, emotionale Offenheit und gegenseitige Unterstützung als männliche Stärken begreift. Männer werden nicht ausschließlich über Erwerbsarbeit, Leistung oder Unabhängigkeit definiert, sondern auch über ihre Fähigkeit, Beziehungen zu gestalten, Sorge für andere zu übernehmen und selbst Unterstützung anzunehmen.
Gerade im höheren Lebensalter eröffnet dieses Verständnis neue Perspektiven. Ältere Männer bringen sich als pflegende Angehörige, Großväter, Ehrenamtliche oder Nachbarn aktiv in das gesellschaftliche Leben ein. Gleichzeitig braucht es Angebote, die Männern den Zugang zu Gemeinschaft erleichtern und Räume schaffen, in denen Austausch, gegenseitige Unterstützung und neue Rollenbilder selbstverständlich werden.
Für die Senior:innenarbeit ergeben sich daraus wichtige Impulse. Das Forum katholischer Männer ergänzt die Perspektiven den 9. Altersberichts konkret um die Forderung, Männer gezielter anzusprechen und ihre besonderen Lebenslagen stärker in der Planung von Bildungs-, Begegnungs- und Engagementangeboten mitzudenken. Geschlechtersensible Senior:innenenarbeit bedeutet dabei insbesondere unterschiedliche Biografien, Bedürfnisse und Zugänge ernst zu nehmen und passende Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen.
Die Stellungnahme bringt explizit die Perspektive älterer Männer in den Diskurs ein und unterstreicht die Bedeutung geschlechtersensibler Perspektiven in Politik und Gesellschaft. Denn gelingendes Altern bedeutet nicht nur Versorgung und Pflege, sondern vor allem Teilhabe, Beziehungen und die Möglichkeit, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Die vollständige Stellungnahme zum Nachlesen finden Sie unter u.s. Link:
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