Starke regionale Gesundheitsnetze für Pflegepersonen daheim – Projektstart ReGe Pflege

Wie können ältere Menschen mit Pflegebedarf möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „ReGe Pflege – Regionales Gesundheitsnetz für Pflegebedürftige Daheim“, das von der AOK Rheinland/Hamburg initiiert wurde. Ziel des Vorhabens ist es, Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote für ambulant gepflegte Menschen ab dem 60. Lebensjahr besser zugänglich zu machen und gleichzeitig regionale Unterstützungsstrukturen nachhaltig zu stärken.

Ausgangspunkt ist eine Entwicklung, die viele Akteur:innen der Senior:innenarbeit bereits aus ihrer täglichen Arbeit kennen. Ein Großteil der Menschen mit Pflegebedarf wird zuhause durch An- bzw. Zugehörige versorgt. Gleichzeitig erhalten viele Betroffene und ihre pflegenden Bezugspersonen bislang keine ausreichende Unterstützung und Beratung zu Prävention und Gesundheitsförderung. Hier setzt ReGe Pflege an: Statt neue Strukturen parallel zu bereits bestehenden zu schaffen, werden Letztere vor Ort systematisch vernetzt, sichtbarer gemacht und leichter zugänglich gestaltet.

Das Projekt richtet sich daher an Menschen mit Pflegegrad 1 bis 3, die zuhause leben, sowie an ihre Pflege- und Betreuungspersonen. In den Pilotregionen Stadt Aachen sowie den Kreisen Euskirchen und Wesel entstehen dafür regionale Netzwerke, in denen Kommunen, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände, Sportorganisationen, Senior:innenvertretungen und weitere zentrale lokale Partner:innen zusammenarbeiten. Zentrale Elemente sind dabei regionale Koordinierungsstellen und Steuerungsgremien, die den Austausch fördern, Bedarfe identifizieren und gemeinsame Maßnahmen entwickeln.

Inhaltlich konzentriert sich ReGe Pflege dabei auf vier Handlungsfelder:

  1. Körperliche Aktivität
  2. Psychosoziale Gesundheit
  3. Kognitive Ressourcen
  4. Prävention von Gewalt

Ziel ist es, die Selbständigkeit, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe pflegebedürftiger Menschen zu erhalten und zu fördern. Gleichzeitig sollen auch pflegende An- und Zugehörige unterstützt und entlastet werden.

Erste Erfahrungen aus den Pilotregionen zeigen, dass insbesondere starke regionale Netzwerke, verbindliche Kooperationen und persönliche Kontakte wichtige Erfolgsfaktoren sind. Deutlich wird zudem, dass nachhaltige Verbesserungen häufig weniger durch neue Angebote entstehen als durch den Abbau von Zugangsbarrieren. Eine bessere Koordination, transparente Informationen über bestehende Unterstützungsangebote und niedrigschwellige Anlaufstellen erleichtern es Betroffenen sowie An- und Zugehörigen, passende Hilfen zu finden und zu nutzen.

Zu den bereits entwickelten Maßnahmen gehören unter anderem regionale Vernetzungsangebote, Informationsmaterialien zur besseren Orientierung, digitale Angebotsplattformen sowie innovative Ansätze wie der „Stärken-Kompass“, der individuelle Ressourcen erfasst und passende Unterstützungsangebote vermittelt. Darüber hinaus fördern Projekte wie „Bühne der Generationen“ oder „Schwungvoll 60plus“ Begegnung, Aktivität und gesellschaftliche Teilhabe im Alter.

Pflegepolitisch ist ReGe Pflege eng mit den Zielen des Zukunftspakts Pflege von Bund und Ländern verbunden. Das Projekt steht beispielhaft für den Wandel hin zu einer präventiven, wohnortnahen und vernetzten Pflegepolitik. Es zeigt, wie Kommunen gemeinsam mit lokalen Akteur:innen tragfähige Strukturen schaffen können, die Gesundheit fördern und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen verbessern.

Im Anschluss an die bis 2027 geplante Pilotphase ist eine Ausweitung auf weitere Regionen angedacht.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter u.s. Links:

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