Pressemitteilung vom 08.05.2026
Die LSV NRW (Landesseniorenvertretung NRW e.V.), Münster, hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 07.05.2026 in der Stadthalle Soest die „Soester Erklärung“ mit sechs Forderungen zum Thema Wohnen im Alter vor. „In Deutschland ist die Wohnungsfrage gerade für ältere Menschen faktisch zu DER sozialen Frage geworden durch langfristig nicht ausreichenden Bau von Wohnraum und den weiterhin zunehmenden Wegfall von Sozialwohnungen“, fasst LSV NRW-Vorsitzender Karl-Josef Büscher die Ausgangslage für das Hauptthema der diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. „Wir sehen in unserer alternden Gesellschaft einen dramatisch wachsenden Bedarf insbesondere an altengerechtem und zugleich bezahlbarem Wohnraum. Die Maßnahmen der Bundes- und Landespolitik zur Steigerung der Bautätigkeit und Bereitstellung von neuen Wohnungen müssen dieser Notwendigkeit zum Paradigmenwechsel besser gerecht werden. Insbesondere auf kommunaler Ebene muss auch mit Hilfe des Landes dafür gesorgt werden, dass die Bautätigkeit dem Bedarf an altengerechten Wohnungen angepasst wird. Die Marktkräfte allein werden dies nicht sicherstellen“, fordert Büscher mit dem gesamten Vorstand. Auf der Mitgliederversammlung setzen sich mit dem Themenkomplex „Wohnen im Alter“ rund 200 Delegierte der über 170 Mitglieder der LSV NRW in Kommunen und Kreisen auseinander. In einer Podiumsdiskussion, die auf einen Einführungsvortrag von Bianca Cristal, Leiterin der Abteilung Wohnungsbau, Wohnungs- und Siedlungsentwicklung im NRW-Landesbauministerium, folgt, suchen mit Prof. Torsten Bölting (EBZ Business School Bochum), Friederike Proff (Vizepräsidentin NRW Architektenkammer) und Martin Zerle (Geschäftsführer Hamm.Invest) Wohnungsbauexperten aus Politik, Kommunen, Bauwirtschaft und Wissenschaft nach Lösungen. Hintergrund für die Wahl des Hauptthemas der LSV NRW-Mitgliederversammlung sind unter anderem die Ergebnisse der Studie „Sozialer Wohn-Monitor 2026“ des Pestel Instituts zum Wohnungsmarkt in Deutschland, die im Januar 2026 vorgestellt wurden. Seniorenhaushalte waren im Jahr 2022 laut der Pestel-Studie zu 51 Prozent Einpersonen- und zu 46 Prozent Zweipersonenhaushalte. In den beiden Einkommensklassen von unter 1.500 Euro bis 2.000 Euro netto finden sich vor allem Einpersonenhaushalte. In Summe gab es rund 5,5 Mio. Seniorenhaushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 2.000 Euro. Im Jahr 2024 sind laut Deutschem Mieterbund gegenüber dem Vorjahr die Angebotsmieten für Bestandswohnungen in Deutschland um 5,9 Prozent auf fast 11 Euro Nettokaltmiete gestiegen. Die bundesweit nicht nur in Ballungsgebieten weiter steigenden Mieten sind für diese große Gruppe nicht mehr tragbar und führen durch erzwungenen Wohnungswechsel in günstigere Regionen zur sozialen Vereinsamung. 1 Teil des Paradigmenwechsels: Wohnumfeld bestimmt Wohnqualität Zum Wohnen im Alter gehört nicht allein die eigene Häuslichkeit, sondern wesentlich das Wohnumfeld mit einer Infrastruktur zur Versorgung und zur Begegnung. Die LSV NRW fordert daher, eine bedarfsgerechte wohnortnahe Versorgungsinfrastruktur in Verbindung mit attraktiven Begegnungsmöglichkeiten und -orten viel stärker als bisher in die Wohnbauplanungen einzubeziehen, da das Wohnumfeld gerade für eine alternde Gesellschaft wesentlich ist, um den Herausforderungen des Alters präventiv und konstruktiv zu begegnen. LSV NRW-Vorsitzender Büscher ist sich sicher, dass für ein selbstbestimmtes „Wohnen im Alter“ die Forderungen und Informationen aus der Mitgliederversammlung ein wichtiger Impuls für die Arbeit der ehrenamtlichen Beiräte sind: „Trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen vor Ort gilt, dass die Seniorenvertretungen durch ihre Teilhabe in der Kommunalpolitik einen wichtigen Denkanstoß zu Handlungsänderungen von lokaler Verwaltung und Politik geben können“.
Karl-Josef Büscher
Vorsitzender
Die Erklärung zum kostenlosen Download als PDF-Datei finden Sie unter u.s. Link:
Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2026